Google Ads Keyword Recherche: Anleitung für Einsteiger

Zuletzt bearbeitet am
20.9.2026

Google Ads Keyword Recherche ist der Prozess, mit dem du herausfindest, welche Suchbegriffe deine potenziellen Kunden bei Google eintippen und welche davon sich als Keywords für deine Kampagnen lohnen. Sie besteht aus zwei Teilen: eigenen Ideen aus Kundensicht und der Validierung dieser Ideen mit Tools wie dem Keyword Planner.

Das wichtigste im Überblick

  • Das beste Werkzeug für den Start ist kein Tool, sondern dein Kopf. Du kennst deine Kunden besser als jede Software.
  • Der Keyword Planner ist der zweite Schritt: Er validiert deine Ideen und liefert weitere, an die du nicht gedacht hast.
  • Google selbst empfiehlt als ersten Schritt, aus Kundensicht zu beschreiben, wonach jemand suchen würde.
  • Suchvolumen ist nicht gleich Relevanz. Im B2B schlägt ein Keyword mit 90 Suchanfragen oft eines mit 9.000.
  • Der Keyword Planner ist kostenlos - aber nur mit fertig eingerichtetem Google-Ads-Konto.

Fang mit deinem Kopf an, nicht mit dem Tool

Die meisten Einsteiger machen es andersherum: Tool auf, Begriff eintippen, Liste exportieren, alles einbuchen. Danach wundern sie sich über Klicks von Leuten, die nie Kunde werden.

Das beste Tool zur Keyword-Recherche ist komplett kostenlos. Mein Kopf.

Denn du weißt Dinge, die kein Tool weiß: Wie deine Kunden ihr Problem beschreiben, bevor sie überhaupt wissen, dass es eine Lösung gibt. Welche Begriffe im Erstgespräch fallen. Was auf der letzten Rechnung stand, die jemand bezahlt hat.

Setz dich hin und beantworte drei Fragen schriftlich:

  1. Wie suchen meine Kunden nach Lösungen? Nicht, wie du deine Leistung nennst, sondern wie sie das Problem nennen.
  2. Welche Begriffe verwenden meine Kunden? Schau in alte E-Mails, Angebote und Anfragen. Da steht die Sprache deiner Zielgruppe wörtlich drin.
  3. Wie würde ich selbst danach suchen? Wenn du das Problem hättest und nicht wüsstest, dass es dich gibt.

Interessanterweise deckt sich das mit Googles eigener Empfehlung. In den offiziellen Best Practices steht als erster Punkt, zu beschreiben, wie potenzielle Kunden nach deiner Leistungskategorie suchen würden – erst danach kommen die Tool-Tipps.

Der Unterschied zwischen deinem Wording und ihrem

Ein Beispiel aus dem IT-Umfeld: Du nennst deine Leistung "Managed Services". Dein Kunde tippt "IT Betreuung Firma" oder "externe IT Abteilung" ein. Zwei völlig unterschiedliche Sprachwelten und wenn du nur auf deine Version bietest, siehst du die Hälfte der Nachfrage nie.

Was ist der Google Ads Keywordplanner?

Der Google Ads Keywordplanner ist Googles eigenes Recherche-Tool innerhalb des Werbekontos. Er hat laut Google-Dokumentation vier Kernfunktionen:

  • Neue Keywords entdecken – auf Basis eines Begriffs, deiner Leistung oder deiner Website
  • Suchvolumen anzeigen – geschätzte Suchanfragen pro Monat
  • Kostenprognosen – durchschnittliche Gebote und CPC-Spannen für ein Keyword

Genau hier kommt das Tool ins Spiel: Du wirfst deine handgeschriebene Liste hinein und bekommst zwei Dinge zurück. Erstens die Antwort, ob überhaupt jemand so sucht. Zweitens Vorschläge, an die du nicht gedacht hast – oft sind darunter die besten Begriffe.

Alle Zahlen und Fakten hat man eben nicht im Kopf.

Ist der Google AdWords Keyword Planner kostenlos?

Ja, das Tool selbst kostet nichts. Aber es gibt einen Haken, den viele Anleitungen unterschlagen: Du brauchst ein Google-Ads-Konto mit abgeschlossener Einrichtung inklusive Zahlungsinformationen, um an die Funktionen zu kommen. Werbung schalten musst du nicht, hinterlegen musst du die Daten trotzdem.

Welche Google Ads Keywords bringen im B2B wirklich Anfragen?

Nicht jedes Keyword mit Suchvolumen ist ein gutes Keyword. Ich sortiere Begriffe grundsätzlich nach der Absicht dahinter, nicht nach der Zahl daneben.

Kaufabsicht (buchen): Begriffe, bei denen jemand aktiv nach einem Anbieter sucht, bspw. "IT Dienstleister Berlin", "Microsoft Partner finden", "Lohnabrechnung auslagern Anbieter". Das sind die Keywords, mit denen du startest.

Problembewusstsein (später testen): Jemand kennt sein Problem, sucht aber noch keine Firma, bspw. "Server langsam Ursachen", "DSGVO Backup Pflichten". Kann funktionieren, kostet aber Geduld und ein sauberes Tracking über längere Zeiträume.

Reine Information (ausschließen): "was ist managed services", "google ads tutorial kostenlos", alles mit "Gehalt", "Ausbildung", "Definition". Hier zahlst du für Neugier.

Genau deshalb gehört zu jeder Keyword-Recherche von Anfang an eine Liste negativer Keywords. Sie ist kein Aufräum-Job für später, sondern Teil des Setups.

Vorteile und Grenzen des Keyword Planners

Was er gut kann: Ideen liefern, die du nicht auf dem Schirm hattest. Größenordnungen einschätzen. CPC-Spannen zeigen, mit denen du vorab rechnen kannst, ob dein Ziel-Cost-per-Lead realistisch ist.

Wo er an Grenzen stößt: Er kennt deine Marge nicht und nicht deine Wunschkunden. Er fasst ähnliche Begriffe zu Gruppen zusammen, wodurch einzelne Varianten verschwinden. Und er zeigt Vergangenheit, keine Absicht. Dass 1.000 Leute monatlich nach einem Begriff suchen, sagt nichts darüber, ob auch nur einer davon kaufen will.

Das Tool validiert. Entscheiden musst du.

Keyword Recherche für Google Ads in fünf Schritten

  1. Brainstorming ohne Tool. 20 bis 30 Begriffe aufschreiben, wie deine Kunden sie sagen würden. Alte Anfragen und Angebote durchgehen.
  2. Nach Absicht sortieren. Jeden Begriff einer der drei Kategorien oben zuordnen. Was reine Information ist, wandert direkt auf die Ausschlussliste.
  3. Im Keyword Planner validieren. Liste hochladen, Standort und Sprache korrekt einstellen – Deutschland, Deutsch. Das ist der häufigste Anfängerfehler, weil Google sonst weltweite Zahlen zeigt.
  4. Vorschläge durchgehen und ergänzen. Aus den Ideen des Tools nur das übernehmen, was zu deinem Angebot passt. Lieber 15 saubere Begriffe als 200 aus dem Export.
  5. Match Types festlegen und starten. Beginne mit Exact und Phrase Match, nicht mit Broad. Danach wöchentlich in den Suchanfragenbericht schauen und ausschließen, was nicht passt.

Der fünfte Schritt ist der, den fast alle überspringen. Dabei ist die Recherche mit dem Kampagnenstart nicht fertig – sie fängt da erst an. Der Suchanfragenbericht zeigt dir echte Eingaben statt Schätzungen, und das ist die beste Keyword-Quelle, die du je bekommst.

Häufige Fragen

Wie viele Keywords brauche ich für den Start?

Weniger, als du denkst. 10 bis 20 gut ausgewählte Begriffe pro Anzeigengruppe reichen völlig, im B2B oft sogar deutlich weniger. Große Listen fühlen sich nach Arbeit an, verteilen dein Budget aber auf Begriffe, die du nie geprüft hast. Enger Start, sauber messen, dann erweitern.

Was mache ich, wenn mein Keyword kaum Suchvolumen hat?

Nicht sofort verwerfen. Im B2B sind die wertvollsten Begriffe oft die mit niedrigem Volumen, weil dort exakt die Leute suchen, die dein Angebot brauchen. Wenn ein Auftrag bei dir fünfstellig ist, rechnet sich ein Keyword mit 50 Suchanfragen im Monat problemlos. Entscheidend ist der Wert eines Abschlusses, nicht die Klickzahl.

Brauche ich kostenpflichtige Keyword-Tools?

Für den Start nicht. Der Keyword Planner plus dein eigenes Wissen decken die ersten Monate ab. Zusatztools werden interessant, wenn du Wettbewerber systematisch analysieren oder exakte Volumina statt Spannen sehen willst.

Marvin Senenko
Marvin Senenko
Gründer, Growcave UG