Negative Keywords in Google Ads: Der vollständige Guide

Marvin Senenko
Zuletzt aktualisiert am
25.6.2026

Negative Keywords sind Suchbegriffe, bei denen deine Anzeige bewusst nicht ausgespielt werden soll. Sie sind das wichtigste Werkzeug, um Streuverluste zu vermeiden und deine Kampagnen scharf auf die richtige Zielgruppe auszurichten. Wer sie konsequent pflegt, senkt seinen Kosten pro Lead deutlich. Wer sie ignoriert, gibt Budget für unnötige Klicks aus, die nie zu Anfragen werden.

Das wichtigste auf einen Blick

  • Negative Keywords schließen unerwünschte Suchanfragen aus.
  • Sie können auf Anzeigengruppen-, Kampagnen- oder Account-Ebene gesetzt werden.
  • Negative Keyword-Listen erlauben Wiederverwendung über mehrere Kampagnen hinweg.
  • Wer den Suchbegriffe-Bericht wöchentlich prüft, baut systematisch eine sauber gepflegte Liste auf.

Was sind negative Keywords?

Negative Keywords sind Begriffe, die du in deinem Google-Ads-Konto definierst, damit deine Anzeige bei Suchanfragen mit diesen Begriffen nicht erscheint. Sie sind das Gegenstück zu deinen normalen Keywords. Während ein positives Keyword sagt "schalte meine Anzeige bei diesem Suchbegriff", sagt ein negatives Keyword "schalte sie hier auf keinen Fall".

Ein Beispiel aus dem B2B-Alltag: Du buchst auf microsoft 365 migration als positives Keyword. Ohne negative Keywords erscheint deine Anzeige auch bei Suchen wie microsoft 365 migration tutorial oder microsoft 365 migration selbst machen, also bei Suchen mit klarer Selbstmach-Intention, die nie zu Anfragen werden. Mit den richtigen negativen Keywords schließt du diese Streuanfragen aus, bevor sie dein Budget belasten.

Warum negative Keywords entscheidend sind

Aus über 40 betreuten B2B-Projekten kenne ich die Zahl gut: In typischen Konten ohne saubere Negativ-Pflege gehen erfahrungsgemäß zwischen 15 und 35% des Budgets an Klicks verloren, die nie hätten stattfinden müssen. Alles Suchanfragen mit falscher Intention, die zwar deine Keywords enthalten, aber nichts mit deinem Angebot zu tun haben.

Drei direkte Effekte hat saubere Negativ-Pflege:

  • Kosten pro Lead sinken, weil irrelevanter Traffic wegfällt
  • Quality Score steigt, weil die Anzeige nur noch bei passenden Suchen erscheint und die Klickrate steigt
  • Algorithmus lernt besser, weil weniger Daten-Rauschen die Algorithmen stört

Negative Keywords sind kein Optimierungs-Detail, sondern eine der drei wichtigsten Stellschrauben in jeder Such-Kampagne, neben Keywords selbst und Anzeigentexten.

Die drei Match Types für negative Keywords

Hier liegt eine der häufigsten Fallen: Negative Keywords haben eigene Match Types, deren Logik sich von positiven Keywords unterscheidet. Laut offizieller Google-Doku zu Match Types gibt es drei Varianten:

Negativ Broad Match (Schreibweise: kostenlos). Schließt Suchen aus, die alle Wörter deines negativen Keywords enthalten, egal in welcher Reihenfolge, egal mit welchen Zusätzen. Beispiel: Negative Keyword kostenlos beratung schließt kostenlose beratung anfragen aus, aber nicht kostenlose hilfe. Wichtig: Synonyme und Varianten werden bei negativen Keywords nicht berücksichtigt, anders als bei positiven Broad-Match-Keywords.

Negativ Phrase Match (Schreibweise: "kostenlos beratung"). Schließt Suchen aus, in denen die Wörter in genau dieser Reihenfolge vorkommen, mit möglichen Zusätzen davor oder dahinter. Beispiel: schließt kostenlos beratung anfragen aus, aber nicht beratung kostenlos.

Negativ Exact Match (Schreibweise: [kostenlos beratung]). Schließt nur exakte Übereinstimmungen aus, Plural, Singular, Tippfehler und Wortumstellungen werden nicht erkannt.

Die wichtigste Konsequenz: Wer negative Keywords zu eng setzt (nur Exact Match), übersieht viele Varianten. Wer sie zu breit setzt (Broad Match), schließt versehentlich auch relevante Suchen aus.

Meine Empfehlung für die meisten Fälle: Phrase Match als Standard, gezielt durch Exact ergänzt.

Wo solltest du negative Keywords hinzufügen?

Negative Keywords lassen sich auf drei Ebenen setzen, mit unterschiedlicher Reichweite:

Anzeigengruppen-Ebene. Gilt nur für diese eine Anzeigengruppe. Nützlich, um Anzeigengruppen voneinander abzugrenzen. Wenn du eine Anzeigengruppe für microsoft 365 migration und eine für microsoft 365 schulung hast, setzt du in der Migration-Gruppe schulung als negatives Keyword, damit Suchen nach Schulungen nicht versehentlich Migration-Anzeigen triggern.

Kampagnen-Ebene. Gilt für alle Anzeigengruppen einer Kampagne. Hier landen die Standard-Ausschlüsse einer Kampagne, also Begriffe, die für das ganze Kampagnenthema irrelevant sind.

Account-Ebene (über negative Keyword-Listen). Listen, die du erstellst und dann auf mehrere Kampagnen anwendest. Perfekt für übergreifende Ausschlüsse wie kostenlos, gehalt, ausbildung. Ebenfalls alles Begriffe, die in keiner deiner Kampagnen relevant sind.

Negative Keyword-Listen: Pflicht für effizientes Arbeiten

In Tools → Gemeinsam genutzte Bibliothek → Ausschlusslisten legst du wiederverwendbare Listen an. In meinen B2B-Setups arbeite ich konsistent mit drei bis fünf Standard-Listen:

  • Generische Streuverluste: kostenlos, gratis, umsonst, selbst machen, diy
  • Karriere/Recruiting: gehalt, stelle, ausbildung, jobs, praktikum, lehre
  • Konkurrenz und Wettbewerber: branchenspezifische Wettbewerber-Namen
  • Privatpersonen-Suchen: privat, hobby, tutorial, lernen
  • Branchen-spezifische Ausschlüsse: je nach Kunde sehr unterschiedlich

Diese Listen einmal sauber aufgebaut, sparen über alle laufenden Kampagnen kontinuierlich Budget. Bei jedem neuen Kunden lege ich diese Listen als ersten Schritt an, noch vor der ersten Kampagne.

Der Suchbegriffe-Bericht als Hauptquelle

Die ehrlichste Frage zu deinen negativen Keywords beantwortet der Suchbegriffe-Bericht. Er zeigt dir, bei welchen tatsächlichen Suchanfragen deine Anzeigen erschienen sind, nicht bei welchen Keywords du gebucht hast, sondern was Nutzer wirklich reell gesucht haben.

Du findest ihn in jeder Kampagne unter Statistiken und Berichte → Suchbegriffe. Mein wöchentlicher Workflow:

  1. Suchbegriffe nach Klicks sortieren
  2. Jede Suchanfrage prüfen: Würde diese Person mein Kunde werden können?
  3. Irrelevante Suchen als negative Keywords markieren (Match Type je nach Breite)
  4. Auf passender Ebene speichern: spezifisch auf Anzeigengruppe, generell auf Kampagne, übergreifend in Liste

Aus 30 Minuten wöchentlicher Pflege entstehen über drei Monate Listen, die deine Kampagnen-Effizienz drastisch verbessern.

Häufige Fragen zu negativen Keywords

Was sind negative Keywords in Google Ads?

Negative Keywords sind Begriffe, die du in deinem Konto definierst, damit deine Anzeige bei Suchen mit diesen Begriffen nicht erscheint. Sie sind das wichtigste Werkzeug, um Streuverluste zu vermeiden und dein Budget auf relevante Suchanfragen zu fokussieren.

Wie viele negative Keywords sollte ich pflegen?

Es gibt keine feste Zahl. Wichtig ist die laufende Pflege. In neuen Konten reichen 20 bis 50 Negativ-Keywords zum Start. Nach 8 Wochen konsequenter Suchbegriffe-Analyse wachsen die Listen oft auf 150 bis 400 Einträge. Mehr ist nicht automatisch besser, jedes Negativ-Keyword sollte einen Grund haben.

Was ist der Unterschied zwischen positiven und negativen Match Types?

Negative Keywords berücksichtigen keine Synonyme oder Varianten, positive Broad-Keywords schon. Das macht die Match-Type-Wahl bei Negativen anders: Phrase Match ist meist die beste Wahl, Exakt zu eng, Broad zu unspezifisch.

Wie oft sollte ich negative Keywords überprüfen?

Am besten jeden dritten bis vierten Tag in der Startphase, danach wöchentlich in laufenden Konten. 30 Minuten Suchbegriffe-Bericht reichen. Wer das nicht macht, verliert dauerhaft Budget an Streuverluste.

Hi, ich bin Marvin 👋

Als Google Ads B2B Spezialist bin ich mit Growcave dein Partner für planbar qualifizierte Leads für Dienstleister, Microsoft Partner und SaaS-Anbieter. Aus über 40 betreuten Projekten weiß ich, was im B2B-Umfeld funktioniert und was nur Budget verbrennt. Mit sauberem Tracking als Fundament legen wir die Basis für funktionierende Google Ads.

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